Rechenlogik und Tabellen Fachliche Erstfassung v0.9. Diese Seite ist ein Orientierungs- und Prüfrahmen; sie ersetzt keine Rechts-, Steuer-, Vergabe- oder Wirtschaftlichkeitsprüfung im Einzelfall. Stand: 2026-07-10 Prüfentscheidung 2026-07-03 Der bisherige Platzhalter wurde zu einer kontrollierten Erstfassung weiterentwickelt. Die Seite ist ein Arbeitsinstrument für Kapitel 3, Kapitel 4, Kapitel 5, Kapitel 9, Kapitel 10, das Nachweisregister und spätere Beschlussvorlagen-Beispiele. Sie legt fest, wie Zahlen im Buch entstehen dürfen, welche Felder jede Tabelle braucht und wann ein Wert nur ein Prüfwert bleibt. Diese Seite ersetzt keine lokale Wirtschaftlichkeitsrechnung. Sie verhindert vor allem, dass Registerwerte, Marktpreise, Lastgänge, Szenarien, Vertragswerte und Haushaltsbuchungen vermischt werden. Grundregel Eine Zahl darf im Buch nur dann wie eine belastbare Aussage wirken, wenn Herkunft, Zeitraum, räumliche Grenze, Verantwortlichkeit und Prüfstatus sichtbar sind. Fehlt einer dieser Punkte, bleibt der Wert ein Prüfwert oder Arbeitswert. Für kommunale Energieentscheidungen gilt daher: Erst Quelle und Datenstand festlegen. Dann räumliche und zeitliche Abgrenzung prüfen. Danach Verantwortlichkeit und Haushaltsnähe klären. Erst zuletzt rechnen. Ergebnis als Ist-Wert, Prüfwert, Szenario oder Zielwert kennzeichnen. Tabellen-Mindestfelder Jede Tabelle mit kommunalem Energiebezug soll mindestens diese Felder enthalten: Feld Pflichtangabe Beispielhafte Bedeutung Tabellen-ID stabiler Schlüssel TAB-STROM-LAGEBILD-001 Aussage welche Frage die Tabelle beantwortet Restbezug, Preisfenster, Anlagenbestand, Beschlussprüfung Datenquelle Primärquelle, Register, lokale Quelle, Vertragsquelle oder Arbeitsquelle MaStR, SMARD/BNetzA, Lastgang, Vertrag, Cernion-read-only-Abfrage Datenstand Abrufdatum, Exportstand, Zeitraum oder Stichtag 2026-07-03, Jahr 2025, Viertelstunden 2026-06-30 Raumbezug Gemeinde, Liegenschaft, Netzgebiet, Projektgebiet Kommune, Schule, Bauhof, Netzgebiet Zeitauflösung Jahr, Monat, Stunde, Viertelstunde oder Szenariojahr wichtig für Zeitgleichkeit Verantwortlichkeit Kommune, Eigenbetrieb, Stadtwerk, Netzbetreiber, Messstellenbetreiber, Lieferant, Dritter entscheidet über Haushaltsnähe Zahlenkategorie Ist-Wert, Schätzung, Prüfwert, Szenario, Zielwert verhindert Scheingenauigkeit Haushaltsnähe Kernhaushalt, Eigenbetrieb, Beteiligung, Gebührenhaushalt, Dritter, keine direkte Haushaltswirkung verhindert falsche Ergebniszuordnung Prüfstatus belegt, plausibilisiert, Arbeitswert, offen, nicht verwendbar entscheidet über Verwendung im Haupttext Nicht addieren mit Werte, die nicht summiert werden dürfen Konzessionsabgabe, Klimanutzen, vermiedene Beschaffungskosten Offene Gegenprüfung fehlende Quelle, Stelle oder Entscheidung Lastgang, Vertrag, Netzbetreiberantwort, Freigabe Standardformeln als Prüfpfade Die folgenden Formeln sind Arbeitslogik, keine Veröffentlichungsergebnisse. Sie dürfen erst mit konkreten Quellen, Datenständen und Gegenprüfung zu Zahlen im Haupttext werden. Anlagenbestand aus Registerdaten installierte_leistung_kw = Summe(register_leistung_kw nach Filter) Pflichtprüfung: Registerquelle und Exportstand dokumentieren. Filterlogik offenlegen: Gemeindegrenze, Koordinaten, Postleitzahl, Netzgebiet oder Liegenschaft. Anlagenstatus, Energieträger, Inbetriebnahmedatum und Betreiberrolle prüfen. Nicht als kommunal verfügbare Energie interpretieren, solange Verantwortlichkeit und Erzeugungsprofil fehlen. Quellenanker: MaStR-Datendownload und MaStR-Registerinformationen der Bundesnetzagentur. Jahresverbrauch als Orientierungswert jahresverbrauch_kwh = Summe(rechnungsmenge_kwh oder gemessene_menge_kwh im Zeitraum) Pflichtprüfung: Zeitraum und Zähler-/Messpunktliste dokumentieren. Liegenschaften, Eigenbetriebe und Beteiligungen getrennt halten. Rechnungswerte nicht automatisch als Lastprofil lesen. Fehlende oder geschätzte Abrechnungswerte kennzeichnen. Zeitgleicher Restbezug restbezug_t = verbrauch_t - lokale_erzeugung_t - nutzbare_flexibilitaet_t Wenn restbezug_t negativ wird, darf der Wert nicht automatisch als Haushaltsvorteil gezählt werden. Dann sind Einspeisung, Vergütung, Direktvermarktung, Eigenverbrauchsmodell, Bilanzierung, Speicherlogik und Vertragsrolle getrennt zu prüfen. Pflichtprüfung: Zeitauflösung und Zeitzone festlegen. Verbrauchs- und Erzeugungswerte auf dieselbe Zeitbasis bringen. Flexibilität nur verwenden, wenn Betriebsgrenzen, Steuerbarkeit und Verantwortlichkeit belegt sind. Ergebnis als Prüfwert markieren, solange Messkonzept und Vertragsbezug fehlen. Marktpreis-Exponierung als Arbeitswert preis_exponierung_eur = Summe(restbezug_t_kwh / 1000 * marktpreis_t_eur_mwh) Dieser Wert ist keine Haushaltsbuchung. Er beschreibt eine Sensitivität gegenüber einem Marktpreisfenster. Für echte Kosten sind Beschaffungsvertrag, Preisbestandteile, Umlagen, Netzentgelte, Steuern, Bilanzierung und Liefermodell zu prüfen. Pflichtprüfung: Markt und Quelle nennen: etwa SMARD/BNetzA oder dokumentierte read-only-Abfrage. Preiszone, Zeitraum, Auflösung und Zeitzone dokumentieren. Ausreißerbehandlung offenlegen. Nicht mit Konzessionsabgabe, Beteiligungsertrag, Klimanutzen oder Fördermitteln addieren. Eigenverbrauchs- oder Nutzungsquote als Prüfwert eigenverbrauchsquote = zeitgleich_genutzte_lokale_erzeugung_kwh / lokale_erzeugung_kwh Diese Quote ist nur sinnvoll, wenn Erzeugung, Verbrauch und Nutzungsmodell zeitlich zusammenpassen. Jahreswerte allein reichen nicht. Pflichtprüfung: Viertelstunden- oder Stundenlogik dokumentieren. Betreiberrolle und Messkonzept prüfen. Mieterstrom, gemeinschaftliche Gebäudeversorgung, Energy Sharing oder Eigenversorgung nicht vermischen. Rechts- und Abwicklungsfragen im passenden Kapitel als Prüfstand markieren. Statusklassen für Zahlen Status Bedeutung Verwendung im Buch Belegt Primär-, Behörden-, Register- oder lokale Quelle ist dokumentiert und eng passend Haupttext möglich, mit Quelle und Datenstand Lokal plausibilisiert Quelle liegt vor, aber Gegenprüfung oder Verantwortlichkeit ist noch nicht vollständig Haupttext nur mit Einschränkung Prüfwert Rechenweg plausibel, Datenkette noch unvollständig Tabellen-/Arbeitsstand, nicht als Ergebnisversprechen Szenario bewusst modellierte Annahme nur mit Annahmenblock Arbeitswert Cernion-/RAG-/Modell-/Schätzwert oder unvollständige Abfrage nicht als harte Aussage verwenden Nicht verwendbar Quelle unklar, veraltet, vertraulich ohne Freigabe oder nicht reproduzierbar nicht verwenden Muster-Tabelle: Stromlagebild ohne Ergebniszahlen Prüffeld Eintrag Status Gemeinde/Liegenschaft noch festzulegen offen Verbrauchsdaten Lastgang oder Rechnung erforderlich offen Anlagenbestand MaStR-Auszug mit Datenstand erforderlich offen Marktpreisreihe SMARD/BNetzA oder dokumentierte read-only-Abfrage erforderlich offen Zeitauflösung Stunde oder Viertelstunde festlegen offen Verantwortlichkeit Kommune, Eigenbetrieb, Stadtwerk oder Dritter klären offen Ergebnisnutzung nur Prüfwert bis lokale Gegenprüfung abgeschlossen ist Prüfwert Zeitreihen-Reproduzierbarkeit 2026-07-08 Diese Ergänzung beschreibt keine neue Ergebnisrechnung. Sie legt fest, wie spätere Stromlagebild-Tabellen reproduzierbar vorbereitet werden müssen, bevor aus Lastgang, Erzeugungszeitreihe und Marktpreiszeitreihe ein kommunaler Prüfwert entstehen darf. Prüfschritt Mindestnachweis Typisches Fehlerbild Zeitachse festlegen Zeitzone, Zeitstempel-Format, Start, Ende und Auflösung dokumentieren Tages-, Stunden- und Viertelstundenwerte werden vermischt Datenreihen synchronisieren Verbrauch, Erzeugung, Flexibilität und Preisreihe auf dieselben Zeitstempel bringen Jahreserzeugung wird gegen Stundenpreise gerechnet Fehlwerte kennzeichnen Lücken, Ersatzwerte, Rundungen und Ausreißer sichtbar machen Rechenwert wirkt genauer als die Datenlage erlaubt Rollenbezug trennen Kommune, Eigenbetrieb, Stadtwerk, Lieferant, Netzbetreiber und Messstellenbetreiber getrennt ausweisen Ein Marktwert wird fälschlich als Haushaltswert gelesen Ergebnisstatus setzen Ist-Wert, Prüfwert, Szenario oder Arbeitswert je Tabellenzeile angeben Sensitivität wird als Einspar- oder Erlösversprechen formuliert Für spätere Tabellen gilt deshalb eine Sperrregel: Eine Marktpreiszeitreihe darf nur dann mit einem kommunalen Verbrauchs- oder Erzeugungsprofil verrechnet werden, wenn beide Reihen dieselbe Zeitbasis, denselben Zeitraum und einen dokumentierten Rollen- und Vertragsbezug haben. Fehlt dieser Bezug, bleibt die Rechnung ein Arbeitswert für die Datenprüfung. Cernion Energy Tools wurden in diesem Lauf read-only und sachlich als Evidenzkontext genutzt. Der Evidence Router empfahl nur Marktsignal-Endpunkte; die Ausführung von /api/entsoe/day-ahead-prices lieferte für Deutschland eine Zeitreihe mit PT15M-Auflösung und UTC-Zeitstempeln. Übernommen wird daraus ausschließlich die methodische Kontrollanforderung an Zeitstempel, Auflösung und Metadaten. Es wurden keine Cernion-Preise, keine kommunalen Kosten, keine Erlöse und keine Rechts- oder Zuständigkeitsaussagen in den Buchtext übernommen. Tabellenkette und Abbruchpunkte 2026-07-10 Dieser Abschnitt verbindet die Rechenlogik mit dem späteren Nachweisregister. Eine Tabelle darf nicht nur ein Ergebnis zeigen. Sie muss auch sichtbar machen, an welcher Stelle die Datenkette belastbar ist und an welcher Stelle sie abbrechen muss. Kettenschritt Erforderlicher Nachweis Abbruchpunkt Weiterverwendung Registerfund MaStR- oder Behörden-/Registerauszug mit Abrufdatum, Filter und Anlagenstatus Filter, Gemeindegrenze oder Betreiberrolle unklar nur als Arbeitsfund, nicht als kommunaler Bestand Lokaler Verbrauch Zähler-, Messpunkt-, Rechnungs- oder Lastgangliste mit Zeitraum und Liegenschaftsbezug Zeitraum, Messpunkt oder Verantwortlichkeit fehlt nur als Verbrauchsnotiz, nicht als Lastprofil Zeitreihe einheitliche Zeitstempel, Zeitzone, Auflösung und Fehlwertlogik Jahres-, Monats-, Stunden- und Viertelstundenwerte werden vermischt keine Zeitgleichkeitsrechnung Preis-/Vertragsbezug SMARD-/BNetzA-Marktdaten oder lokaler Vertrags-/Tarifnachweis mit Preisbestandteilen Marktpreis wird mit Haushaltskosten gleichgesetzt nur Sensitivität, kein Kostenansatz Haushaltsbezug Haushaltsstelle, Eigenbetrieb, Beteiligung, Gebührenhaushalt oder Dritter klar getrennt Nutzen, Kosten oder Erlös liegen außerhalb des kommunalen Haushalts nicht als Haushaltswirkung formulieren Beschlussbezug konkrete Frage, Entscheidungsoption und nächster Prüfschritt dokumentiert Zahl beantwortet keine beschlussfähige Frage in das Arbeitsprogramm zurückstellen Für das Buch folgt daraus eine redaktionelle Sperre: Wenn ein Kettenschritt abbricht, darf die Tabelle im Haupttext höchstens als Prüfstand erscheinen. Sie darf nicht als Einsparung, Erlös, Kostenprognose, rechtliche Möglichkeit oder kommunale Handlungspflicht formuliert werden. Cernion Energy Tools wurden für diese Ergänzung read-only über den Evidence Router als sachlicher Evidenzkontext genutzt. Ergebnis: Für die benötigte kommunale Anlagen-/Asset-Tabelle wurde kein passender read-only Endpunkt empfohlen; asset_table bleibt fehlende Evidenzklasse. Daraus wurde keine Zahl, keine Rechtsbewertung und keine lokale Sachbehauptung übernommen. Die geprüften Web-Primäranker SMARD/BNetzA-Marktdaten, Marktstammdatenregister sowie EnWG §§ 42b und 14a waren erreichbar und bleiben nur Prüfanker für spätere Tabellen- und Rollenlogik. Quellen- und Evidenzanker Primär-/Behördenquellen für die Rechenlogik: MaStR-Datendownload: https://www.marktstammdatenregister.de/MaStR/Datendownload MaStR-Webhilfe zu Datenzugang und Auswertung: https://www.marktstammdatenregister.de/MaStRHilfe/subpages/datenexport.html SMARD: https://www.smard.de/ Bundesnetzagentur Strommarktdaten: https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Fachthemen/Datenportal/2_Energie/Strommarktdaten/start.html EnWG § 42c als Rechtsprüfanker für Energy Sharing, nicht als Rechenformel: https://www.gesetze-im-internet.de/enwg_2005/__42c.html Arbeits-/Evidenzquelle: Cernion Energy Tools Evidence Router, read-only, Abruf 2026-07-03 19:35 UTC. Empfohlene Endpunkte für Rechenlogik: /api/entsoe/load-forecast, /api/entsoe/wind-solar-forecast, /api/entsoe/day-ahead-prices und /api/energy-market/prices. Die anschließende Endpoint-Ausführung wurde in diesem Lauf abgebrochen; deshalb wurden keine neuen Cernion-Zahlen übernommen. Cernion bleibt hier nur sachliche Evidenz- und Plausibilisierungsquelle für Daten-/Zeitreihenlogik. Offene Evidenz Reproduzierbare MaStR-Auszüge für Beispielkommunen fehlen. Lokale Lastgänge, Ersatzlastprofile, Messpunktlisten und Rechnungsdaten fehlen. Stromlieferverträge, Preisbestandteile, Beschaffungslogik und Bilanzierungsmodell fehlen. Netzbetreiber-, Messstellenbetreiber- und Betreiberrollen fehlen für konkrete Projekte. Zeitzonen- und Auflösungsregeln für spätere Tabellen sind als Prüfraster ergänzt; konkrete Anwendung auf lokale Daten fehlt weiterhin. Vertrauliche Unterlagen brauchen vor Veröffentlichung eine Freigabe- und Abstraktionsentscheidung. Stand der redaktionellen Fassung Status: kontrollierte Erstfassung erstellt. Einordnung: fachliche Erstfassung; konkrete lokale Anwendungen benötigen Einzelfallfreigabe. Weitere Ausbaustufe: Einen ersten echten Registereintrag oder eine Beispielkette aufbauen: MaStR-Auszug -> lokaler Verbrauch -> Preiszeitreihe -> Zeitgleichkeitsprüfung -> Beschlussvorlagen-Prüfwert.