Wirkannahmen: Qualität, Effizienz, Risiko und Portfolio

Viele regulierte Business Cases hängen nicht nur an CAPEX und Abschreibung. Sie hängen an Wirkannahmen: bessere Versorgungsqualität, geringerer Betriebsaufwand, weniger Störungen, effizientere Prozesse, geringeres Risiko oder Portfolioeffekte aus einer Maßnahmenbündelung. Genau dort entstehen in klassischen Tabellen die größten Interpretationsrisiken. Effekte werden oft in versteckten Zellen eingepreist, ohne dass Evidenz, Attribution und Governance-Status sichtbar bleiben.

Der Szenarienrechner-EOG behandelt Wirkannahmen als eigene Objekte. Jede Wirkannahme hat eine Kategorie, einen Betrag, Start- und optionales Endjahr, Attribution, Wirkungskette, Evidenztyp, Vertrauensstufe und Governance-Status. Unterstützte Evidenztypen sind Messung, Betriebserfahrung, Experteneinschätzung, Studie und offen. Vertrauensstufen sind belegt, Annahme und Review. Governance-Status sind Basis, Sensitivität und ausgeschlossen.

Die Einbeziehungslogik ist streng:

Risiken werden als Erwartungswert betrachtet: vermiedener Risikowert = max(0, Wahrscheinlichkeit vorher - Wahrscheinlichkeit nachher) × Schadenshöhe. Diese finanzmathematische Vereinfachung macht den Effekt diskutierbar, ersetzt aber keine Risikoprüfung. Entscheidend ist die Dokumentation der Wirkungskette: Warum sollte die Maßnahme die Wahrscheinlichkeit oder Schadenshöhe reduzieren? Welche Daten belegen das?

Ein typischer Fehler ist Doppelzählung. Wenn ein pauschaler Portfolioeffekt und ein direkter Qualitäts- oder Effizienzeffekt gleichzeitig auf dieselbe Maßnahme wirken, kann die Wirkung überschätzt werden. Der Rechenkern warnt in solchen Fällen, kürzt aber nicht automatisch. Die richtige Behandlung ist fachlich zu entscheiden.

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Revision #5
Created 15 July 2026 01:40:57 by Thorsten Zoerner
Updated 15 July 2026 09:55:43 by Thorsten Zoerner