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Rechenbeispiele Stromlagebild

Reviewstatus: Kontrollierter BookStack-Draft im nicht öffentlichen Buchbereich.
Einordnung: Kontrollierte Erstfassung für Rechenbeispiele; keine Veröffentlichungsfreigabe.
Freigabe: Nicht veröffentlichen oder sichtbar schalten. Vor Veröffentlichung sind Zahlenprüfung, Quellenprüfung und Gegenprüfung erforderlich.

Rechenbeispiele Stromlagebild

Stand: 2026-07-11

Zweck

Diese Seite sammelt Rechenbeispiele, mit denen Kämmerer ein kommunales Stromlagebild prüfen können, ohne aus einzelnen Register- oder Marktwerten vorschnell eine haushaltswirksame Aussage zu machen. Sie ist als Arbeitsseite für Zahlen, Datenstand, Quelle, Gebietseinheit und Prüfstatus gedacht.

Grundregel für jedes Beispiel

Ein Rechenbeispiel wird erst belastbar, wenn vier Ebenen getrennt vorliegen: die lokale Anlage oder Verbrauchsstelle, der Zeitbezug, die Preis- oder Vertragslogik und der kommunale Entscheidungsbezug. Fehlt eine Ebene, bleibt das Ergebnis ein Prüfwert.

  • Registerstand: MaStR-Datenstand, Exportdatum, Filter und räumliche Zuordnung dokumentieren.
  • Verbrauchsstand: Lastgang, Ersatzlastprofil oder Messpunktliste mit Quelle, Zeitraum und Auflösung dokumentieren.
  • Preisstand: SMARD-, ENTSO-E-, Vertrags- oder Lieferpreisquelle mit Marktgebiet, Zeitzone und Auflösung dokumentieren.
  • Beschlussstand: Zuständigkeit, Betreiberrolle, Vergabe-/Vertragsfrage und Haushaltskonto als offene oder geprüfte Annahme markieren.

Beispiel A: PV-Schule und kommunaler Eigenverbrauch

Dieses Beispiel ist ein Muster für eine spätere lokale Prüfung, noch kein Ergebnis. Es darf nicht als Aussage über Wirtschaftlichkeit, Einsparung oder rechtliche Zulässigkeit gelesen werden.

PrüffeldArbeitswertQuelleStatus
AnlagePV-Anlage auf Schuldach oder geeigneter kommunaler DachflächeMaStR-Datendownload oder kommunale Projektakteoffen
LeistungInstallierte Leistung in kWp oder kWMaStR, Netzanschlussunterlagen, BetreiberangabePrüfwert
VerbrauchSchul-, Rathaus- oder Bauhoflastgang je Viertelstunde oder StundeMessstellenbetreiber, Lieferant, Energiemanagementoffen
ZeitgleichheitErzeugung und Verbrauch im gleichen Zeitraster vergleichenMesswerte, Ersatzprofil oder SimulationsannahmePrüfstand
PreisbezugMarktpreis nur als Kontext; haushaltswirksam ist der konkrete VertragSMARD/BNetzA, Vertrag, Lieferrechnungoffen
BeschlussfrageBetreiberrolle, Finanzierung, Vergabeweg, Risiko und FolgebeschlussVerwaltungsvorlage, Rechtsprüfung, Beteiligungsakteoffen

Rechenschritte als Prüfpfad

  1. Gebiet abgrenzen: Kommune, Ortsteil oder Liegenschaft eindeutig festlegen. Registerdaten allein ersetzen keine lokale Eigentums- oder Betreiberklärung.
  2. Anlagenliste bilden: MaStR-Auszug mit Datenstand, Filterlogik und ausgeschlossenen Treffern speichern. Kleine Anlagen, Datenschutzgrenzen und Geokoordinatenqualität prüfen.
  3. Verbrauchsprofil zuordnen: Lastgang oder Ersatzprofil auf denselben Zeitraum bringen. Bei Ersatzprofilen ausdrücklich kennzeichnen, dass es kein gemessener Verbrauch ist.
  4. Preisfenster ergänzen: Day-Ahead- oder Großhandelspreise nur als Marktumfeld nutzen. Für Haushalt, Gebühren oder Wirtschaftlichkeitsbeschluss sind Vertrags- und Abgabenbestandteile separat zu prüfen.
  5. Ergebnis markieren: Jede Zahl erhält einen Status: Primärquelle geprüft, Behörden-/Registerquelle geprüft, lokale Quelle offen, Annahme oder nicht beschlussfähig.

Quellenanker für diese Arbeitsseite

  • MaStR-Datendownload: Der Gesamtdatenauszug enthält öffentliche Registerdaten im XML-Format und wird laut MaStR-Seite in der Regel um 5:00 Uhr auf den gültigen Datenstand aktualisiert. Quelle: https://www.marktstammdatenregister.de/MaStR/Datendownload
  • MaStR-Datenzugang: Die MaStR-Webhilfe beschreibt öffentliche Übersichten, Datendownload, Webdienst und Direktsuche als Zugangswege. Quelle: https://www.marktstammdatenregister.de/MaStRHilfe/subpages/datenexport.html
  • SMARD/BNetzA: SMARD stellt Marktdaten und Day-Ahead-Preise für das Marktgebiet Deutschland/Luxemburg als Strommarktdaten bereit; die Daten können über den Downloadbereich genutzt werden. Quellen: https://www.smard.de/home/downloadcenter/download-marktdaten und https://www.smard.de/page/home/wiki-article/446/562/grosshandelspreise
  • Cernion Energy Tools: In dieser Iteration nur als sachlicher Evidence-Router-Kontext genutzt. Der Router empfahl Day-Ahead-Preisendpunkte für Marktpreis-Evidenz, deckte aber keine kommunale Anlagenliste ab; die Endpoint-Ausführung wurde abgebrochen, daher wurden keine Cernion-Zahlen übernommen.

Nicht übernehmen ohne Gegenprüfung

  • Keine Euro-Einsparung ohne Vertragspreis, Abgaben-/Umlagenlogik, Messkonzept, Betreiberrolle und Zeitraum.
  • Keine lokale Erzeugungsquote ohne reproduzierbaren MaStR-Auszug und Abgleich gegen kommunale oder Netzbetreiberunterlagen.
  • Keine Aussage zu Energy Sharing, Mieterstrom, gemeinschaftlicher Gebäudeversorgung oder steuerbaren Verbrauchseinrichtungen ohne gesonderte Rechts- und Prozessprüfung.
  • Keine Beschlussvorlage aus diesem Beispiel ableiten, solange lokale Zuständigkeit, Vergabeweg, Datenschutz, Finanzierung und Haftung offen sind.

Offene Evidenz

  • Reproduzierbarer MaStR-Auszug für eine konkrete Beispielkommune mit Exportdatum, Filter und Plausibilitätsnotiz.
  • Lokale Lastgänge oder Ersatzlastprofile kommunaler Liegenschaften mit Zeitraum, Zeitzone und Messpunktbezug.
  • Stromliefervertrag, Preisbestandteile, Bilanzierungsmodell und Abrechnungslogik.
  • Netzanschluss-, Messstellenbetreiber- und Betreiberrollen für das konkrete Beispiel.

Mini-Beispielkette ohne Zahlenübernahme

Diese Ergänzung bereitet die spätere Rechentabelle vor, ohne bereits lokale Zahlen zu behaupten. Sie beschreibt nur, welche Nachweise zusammengeführt werden müssen, bevor aus einem Stromlagebild ein beschlussfähiges Beispiel wird.

SchrittNachweisEntscheidungsnutzenStatus
1. Liegenschaft wählenGebäude, Nutzung, Eigentum, Messpunkt und Zuständigkeitverhindert, dass Gemeinde-, Betreiber- und Objektgrenzen vermischt werdenlokale Quelle offen
2. Anlagenbezug prüfenMaStR-Auszug, Netzanschlussunterlagen oder Projektaktetrennt Registerwert, Planwert und tatsächlich nutzbare AnlagePrüfwert
3. Verbrauchsprofil zuordnenRLM-Lastgang, SLP-Ersatzlogik oder Energiemanagement-Auswertungmacht sichtbar, ob Erzeugung und Verbrauch zeitlich zusammenpassenlokaler Datenanker fehlt
4. Preis- und Vertragslogik trennenSMARD nur als Marktumfeld; Liefervertrag, Abgaben und Messkonzept separatverhindert, dass Marktpreise als Haushaltseffekt gelesen werdenPrüfstand
5. Beschlussfrage formulierenPrüfauftrag, Variantenvergleich, Folgebeschluss und offene Rechts-/Vergabeprüfungübersetzt die Zahlenkette in eine kontrollierbare Vorlagemit Page ID 328 abgleichen

Die Mini-Kette ist bewusst noch keine Beispielrechnung. Zahlen dürfen erst ergänzt werden, wenn Exportdatum, Filterlogik, Lastgangzeitraum, Zeitzone, Preisquelle, Vertragsebene und kommunale Zuständigkeit dokumentiert sind.

Datenlauf-Sperre 2026-07-11: erst Nachweiskette, dann Zahlen

Die nächste Beispielrechnung sollte nicht mit einer Preiszeitreihe beginnen. Sie beginnt mit einer nachweisbaren kommunalen Kette: Objekt, Anlage, Messpunkt, Zeitraum, Preis- oder Vertragslogik und Beschlussfrage. Erst wenn diese Kette geschlossen ist, darf eine Zahl in die Tabelle.

PrüffolgeStartbedingungAbbruchpunktDokumentation
1. Gebiet und Liegenschaftkonkretes Gebäude, Grundstück, Nutzung, Eigentum und zuständige Stelle benanntObjekt, Betreiberrolle oder Messpunkt bleiben unklarLiegenschaftsakte, Gebäudeliste oder Energiemanagement-Auszug
2. Anlage oder AnlagenbezugMaStR-Export, Netzanschlussakte oder kommunale Projektakte mit Abrufdatum und Filterlogik liegt vornur Trefferliste ohne Datenstand oder ohne lokalen AbgleichRegisterauszug, ausgeschlossene Treffer und Plausibilitätsnotiz
3. Verbrauch und ZeitrasterLastgang, Messpunktliste oder begründetes Ersatzprofil ist demselben Zeitraum zugeordnetkein Messpunktbezug, andere Zeitzone oder vermischte AuflösungZeitraum, Zeitzone, Auflösung, Datenhalter und Fehlwertbehandlung
4. Markt- und VertragslogikSMARD, Cernion-Read-only-Marktsignal oder Liefervertrag ist als Quelle getrennt gekennzeichnetDay-Ahead-Preis wird als Haushaltseffekt, Einsparung oder Erlös gelesenMarktquelle nur als Kontext; Vertrag, Abgaben und Messkonzept separat
5. BeschlussbezugPrüfauftrag, Folgevorlage, Betreiberrolle, Vergabe- und Haushaltsfrage sind benanntaus dem Rechenwert wird ohne lokale Gegenprüfung ein VorschlagStatus Prüfwert, offene Nachweise und Rückkehrpunkt ins Gremium

Cernion Energy Tools wurden am 2026-07-11 read-only über den Evidence Router geprüft. Ergebnis: Für Marktsignale wurden Day-Ahead-Endpunkte empfohlen; für kommunale Asset-Tabellen, lokale Lastgänge, Messpunktbezug oder kommunale Gegenquellen wurde kein passender read-only Evidenzendpunkt gefunden. Deshalb wurden keine Cernion-Zahlen, keine lokalen Sachbehauptungen, keine Rechtsaussagen und keine Erlös- oder Einsparannahmen übernommen.

Nächster Schritt

Als nächste kontrollierte Iteration sollte ein echter, aber weiterhin als Prüfwert gekennzeichneter Datenlauf vorbereitet werden: MaStR-Auszug für eine Beispielkommune, ein lokaler Verbrauchsanker, ein SMARD-/Marktpreisfenster und eine Beschlussfrage. Erst danach lohnt eine kleine Rechentabelle mit Zahlen.

Änderungsnotiz

  • 2026-07-11: Datenlauf-Sperre ergänzt: Eine Beispielrechnung darf erst nach geschlossener Nachweiskette aus Objekt, Anlage, Messpunkt, Zeitraum, Markt-/Vertragslogik und Beschlussbezug Zahlen übernehmen. Cernion Evidence Router read-only geprüft; Marktsignal-Endpunkte vorhanden, aber kein passender read-only Endpoint für kommunale Asset-Tabellen, lokale Lastgänge oder Messpunktbezug. Keine Veröffentlichung, keine Sichtbarkeitsänderung, keine Rechteänderung.
  • 2026-07-04: Platzhalterseite zur kontrollierten Erstfassung für Rechenbeispiele erweitert. Keine Veröffentlichung, keine Sichtbarkeitsänderung und keine Berechtigungsänderung.
  • 2026-06-29: Seite als Teil der vollständigen Draft-Struktur für Arbeitsstrang 5 angelegt.