D. Anwendung, Screenshots und Deeplinks
Teil des Methodikhandbuchs zum Szenarienrechner-EOG.
Geführte Planungsrunde mit Screenshots
Die folgenden Screenshots bilden eine synthetische Planungsrunde ab. Sie sind keine Empfehlung für konkrete Zahlen. Sie zeigen, wie sich die Methodik praktisch lesen lässt.
1. Kick-off

Der Einstieg startet nicht mit Zahlen, sondern mit Zweck, Rolle, Offline-Datenhaltung und Prozesslogik. Das ist methodisch richtig, weil regulierte Finanzplanung zuerst eine gemeinsame Entscheidungsfrage braucht.
2. Initialisierung

Kontext-Hilfen übersetzen Eingabefelder in Datenanforderungen. Startjahr, Verfahren, EOG, Kapitalbasis und Jahresarbeit sind nicht nur technische Felder, sondern fachliche Quellenfragen.
3. Datenerhebung

Der Prozessstatus verhindert, dass Wochen später unklar ist, warum ein Arbeitsstand so aussieht. Er macht Rollen, Fristen und offene Daten sichtbar.
4. Maßnahmenbewertung

Der Maßnahmenkatalog verbindet technische Fakten, Kosten, Aktivierbarkeit, Wirkannahmen und Portfoliozuschnitt. Er ist der Übergang vom Budgettopf zur steuerbaren Maßnahmenlogik.
5. Technische Rückkopplung

Die Entscheidungsansicht zeigt, dass Wirkannahmen keine stillen Erfolgsversprechen sind. Sie bleiben als belegt, Annahme oder Review gekennzeichnet.
6. Konsolidierung

Die Managementsicht verbindet Kennzahlen, Haken, Auflagen und nächsten Schritt. Sie ist keine Rechenmaschine, sondern eine Entscheidungsvorbereitung.
7. Entscheidungsvorlage

Der Report übersetzt Modelllogik in prüfbare Vorlage. Besonders wichtig sind Arbeitsstand, Governance-Hinweise und offene Punkte.
8. Gremium

Die Gremienvorlage reduziert Komplexität, ohne Unsicherheiten zu verstecken. Genau das ist die notwendige Balance.
9. Archiv

Der Wiedereinstieg zeigt, dass ein Entscheidungsstand nicht nur aus Zahlen besteht, sondern aus Annahmen, Auflagen, Version und nächstem Review.
Visualisierte Methodik: Sichten, Brücken und Prüfpfade
Visualisierungen sind in diesem Handbuch nicht dekorativ. Sie dienen dazu, die fachliche Mehrschichtigkeit regulierter Finanzplanung schnell vermittelbar zu machen.
Fünf-Sichten-Modell
| Sicht | Leitfrage | Typische Rolle | Risiko bei Vermischung |
|---|---|---|---|
| Technik | Warum ist die Maßnahme notwendig? | Asset Management | technische Pflicht wird als wirtschaftliche Rendite gelesen |
| Wirtschaftsplan | Wann bindet sie Budget und Liquidität? | Controlling | Planbetrag wird als regulatorisch anerkannt gelesen |
| HGB/Bilanzierung | Was wird aktiviert und abgeschrieben? | Rechnungswesen | Aktivierbarkeit wird pauschal unterstellt |
| Regulierung | Welche Modellwirkung ist plausibel? | Regulierungsmanagement | EOG-Wirkung wird als Cashflow gelesen |
| Governance | Was ist entscheidungsreif? | Management/Gremium | Annahmen werden als Fakten beschlossen |
Prüfpfad einer Maßnahme
Eine Maßnahme durchläuft methodisch sieben Prüfungen: technische Notwendigkeit, Kosten- und Zeitpunktprüfung, Aktivierbarkeit, regulatorische Wirkung, Wirkannahmen und Evidenz, Szenario- und Finanzierungstest, Governance-Entscheidung. Erst wenn diese Prüfungen dokumentiert sind, ist ein Beschlussvorschlag belastbar.
Ergebnisbrücke
Die Ergebnisbrücke sollte in jeder Vorlage sprachlich sichtbar sein:
- Investition und aktivierter Anteil erklären Kapitalbindung.
- Abschreibung und Kapitalkosten erklären regulatorische Modellwirkung.
- OPEX, Rückbau und Reinvestition erklären wirtschaftliche Cashflow-Abweichungen.
- Q-/Effizienz-/Risikowirkungen erklären Zusatzbeiträge, bleiben aber evidenzpflichtig.
- Szenarien erklären Robustheit.
- Governance-Kategorie erklärt Entscheidungsreife.
Diese Brücke ist der Kern des Handbuchs. Sie erlaubt es, mit wirtschaftswissenschaftlicher Präzision zu rechnen und zugleich regulatorisch vorsichtig zu bleiben.