Skip to main content

Validierung mit real-but-private Benchmarkfällen

Der Sprung von einem nützlichen Prototypen zu einem belastbaren Entscheidungswerkzeug entsteht nicht durch mehr Oberfläche, sondern durch Validierung. Für den Szenarienrechner-EOG bietet sich ein real-but-private Benchmarkansatz an: Echte Planungsfälle werden intern gegen das Modell gehalten, aber nicht veröffentlicht. Veröffentlicht werden nur Methodik, anonymisierte Abweichungstypen, synthetische Nachbildungsfälle und Lessons Learned.

Ein Benchmarkfall sollte drei Fragen beantworten:

  1. Bildet das Modell die interne Finanzplanungslogik nachvollziehbar ab?
  2. Sind Abweichungen gegenüber Wirtschaftsplan, EOG-Bescheid, Kostenprüfung oder internen Unterlagen erklärbar?
  3. Welche Modellgrenzen müssen fachlich freigegeben oder bewusst als Vereinfachung akzeptiert werden?

Der Validierungsprozess sollte dokumentieren:

  • Datenquelle und Datenstand,
  • Rollen der Prüfer,
  • Abgleich mit Wirtschaftsplan,
  • Abgleich mit Anlagenbuchhaltung,
  • Abgleich mit regulatorischem Bescheid oder interner Regulierungsrechnung,
  • Abweichungsanalyse nach Betrag, Zeitpunkt und Ursache,
  • Entscheidung, welche Abweichungen tolerierbare Modellvereinfachungen sind,
  • offene fachliche Grenzen.

Wichtig ist, keine vertraulichen Netzbetreiber-, Projekt- oder Bescheiddetails zu veröffentlichen. Ein öffentliches Methodikhandbuch darf aus realen Erfahrungen lernen, aber es darf keine vertraulichen Fälle offenlegen. Das ist besonders relevant, wenn das Tool in einem Verbund oder bei mehreren Stadtwerken eingesetzt wird.

Für wissenschaftliche Anschlussfähigkeit kann die Validierung als Fallstudienmethodik beschrieben werden: kontrollierter Vergleich, transparente Modellannahmen, Abweichungstypologie, Reproduzierbarkeit mit synthetischen Daten, klare Limitationen. Für regulatorische Anschlussfähigkeit ist entscheidend, dass keine Scheinvalidierung behauptet wird. Ein Benchmark zeigt Plausibilität und Nützlichkeit, keine behördliche Anerkennung.


Navigation: Inhaltsverzeichnis | Zurück | Weiter | Szenarienrechner