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Regulierungsfachlicher Anhang: Prüffragen für Experten

Für Regulierungsfachleute ist das Tool vor allem dann nützlich, wenn es nicht versucht, die Einzelfallprüfung zu ersetzen. Der Wert liegt in der Vorstrukturierung. Die folgenden Prüffragen können als fachlicher Review-Leitfaden genutzt werden.

  1. Verfahren und Periodenbezug: Befindet sich die Sparte im Standard- oder vereinfachten Verfahren? Welche Regulierungsperiode ist betroffen? Welches Kostenbasisjahr ist relevant? Sind Startjahr, Aktivierungsjahr und Wirkungsjahr sauber getrennt?

  2. EOG-Referenz: Welche EOG oder regulatorische Referenzgröße wurde verwendet? Handelt es sich um Bescheidwert, interne Fortschreibung, Planwert oder Platzhalter? Ist der Quellenstand dokumentiert?

  3. Kapitalbasis: Welche Kapitalbasis wird verwendet? Stimmt sie mit HGB-Buchwerten überein oder ist eine regulatorische Überleitung erforderlich? Sind Abzugskapital, Anlagenabgänge, Reinvestitionen und Restwerte relevant?

  4. CAPEX-Wirkung: Ist der aktivierte Anteil fachlich plausibel? Sind Nutzungsdauer, Anlagenklasse und Abschreibungslogik geklärt? Gibt es Sonderfragen bei Gasnetztransformation, KANU-Kontext oder beschleunigter Abschreibung?

  5. OPEX-Wirkung: Wird ein nicht aktivierter Anteil als Aufwand behandelt? Ist der angenommene Wirkungsverzug plausibel? Handelt es sich um einmaligen Aufwand, dauerhafte Kostenänderung oder interne Umbuchung?

  6. Q- und Effizienzeffekte: Sind Qualitätselement, Effizienzannahmen oder Prozesswirkungen im konkreten Verfahren individuell relevant? Im vereinfachten Verfahren dürfen solche Effekte nicht unkritisch als individueller Erlösbeitrag behandelt werden.

  7. Risiko: Wird ein Risikowert aus Daten oder Expertenurteil abgeleitet? Ist die Risikoreduktion der Maßnahme zurechenbar? Wird derselbe Effekt bereits über Qualität, OPEX oder Portfolio angesetzt?

  8. Doppelzählung: Gibt es gleichzeitige direkte und pauschale Effekte? Sind Attribution und Wirkungskette dokumentiert? Wurde geprüft, ob Portfolio- und Einzelmaßnahmenwirkung denselben Sachverhalt abbilden?

  9. Szenariozuordnung: Welche Annahmen gehören in den Basiscase, welche nur in Sensitivität, welche sind ausgeschlossen? Ist der konservative Gegenlauf fachlich streng genug?

  10. Vorlagefähigkeit: Sind regulatorische Grenzen im Report sichtbar? Enthält die Gremienvorlage keine Anerkennungsversprechen? Werden offene regulatorische Punkte als Auflage oder Klärpunkt geführt?

Diese Prüffragen machen das Tool für Experten anschlussfähig. Sie laden nicht zur blinden Nutzung ein, sondern zur strukturierten fachlichen Gegenprüfung.


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