Szenariodesign: konservativ, Basis und wertorientiert
Die Methodik arbeitet mit Szenarien statt Scheingenauigkeit. Das Basisszenario bildet den normalen Arbeitsstand ab. Das konservative Szenario reduziert prüfpflichtige oder unsichere Effekte und verwendet mindestens die Finanzierungsschwelle als Diskontuntergrenze. Das wertorientierte Szenario kann weitergehende Wirkannahmen einbeziehen, bleibt aber als Sensitivität erkennbar.
Im Code wird das konservative Szenario unter anderem dadurch gebildet, dass Portfolio-Attribution begrenzt, Q- und Effizienzeffekte reduziert, der Diskontsatz nicht unter die Finanzierungsschwelle fällt und nur bestätigte Basisannahmen einbezogen werden. Das wertorientierte Szenario kann Attribution erhöhen und Review-Annahmen einbeziehen. Die konkrete fachliche Bewertung bleibt Aufgabe der Planungsrunde.
Die Szenariologik beantwortet nicht die Frage, welches Szenario wahr ist. Sie beantwortet die Frage, wie robust eine Entscheidung ist. Eine Maßnahme, die nur im wertorientierten Szenario positiv wirkt, ist anders zu behandeln als eine Maßnahme, die auch konservativ tragfähig bleibt. Eine Maßnahme, die im Basisszenario positiv ist, aber konservativ kippt, kann weiterhin entscheidbar sein — aber nur mit Auflage.
Damit entsteht eine dialogische Entscheidungslogik. Das Tool sagt nicht: „Entscheidung ja/nein“. Es sagt: „Unter diesen Annahmen trägt der Fall; ohne prüfpflichtige Effekte kippt er; daher braucht die Entscheidung Sprache für Auflagen, Monitoring und bewusste Risikotragung.“ Diese Art der Transparenz ist für Aufsichtsgremien und kommunale Entscheidungsorgane oft wertvoller als eine zusätzliche Nachkommastelle.

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